Google Ads AI Max: Welche Kampagnen im September automatisch umgestellt werden
Im September 2026 beginnt Google mit einer automatischen Umstellung bestimmter Suchkampagnen auf AI Max. Betroffen sind nach der aktuellen Google-Dokumentation geeignete Kampagnen mit automatisch erstellten Assets oder der kampagnenweiten Einstellung für weitgehend passende Keywords. Die ursprünglich ebenfalls für September angekündigte Umstellung von Dynamic Search Ads wurde dagegen bis Februar 2027 verschoben. Für deutsche Unternehmen ist jetzt vor allem wichtig, im eigenen Konto zu prüfen, ob eine Kampagne tatsächlich betroffen ist und welche AI-Max-Funktionen dadurch aktiviert werden.

Was Google im September umstellt
Google kündigte die Umstellung bereits am 15. April 2026 an und aktualisierte den Zeitplan am 11. Juni. Seit September sollen geeignete Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets oder der kampagnenweiten Broad-Match-Einstellung schrittweise auf AI Max wechseln. Google will betroffene Werbekonten vor der Umstellung benachrichtigen. Deshalb ist eine Ankündigung im eigenen Konto aussagekräftiger als eine allgemeine Meldung im Netz.
Bei Kampagnen mit automatisch erstellten Assets sollen nach der Zuordnung die AI-Max-Funktionen für Suchbegriffabgleich und Textanpassung aktiviert sein. Bei Kampagnen mit der kampagnenweiten Broad-Match-Einstellung ist laut Google zunächst der Suchbegriffabgleich aktiviert. Das bedeutet nicht, dass jede deutsche Suchkampagne automatisch geändert wird. Entscheidend sind die verwendete Altfunktion, die Eignung der Kampagne und der konkrete Rollout im Konto.
Dynamic Search Ads folgen erst 2027
Dynamic Search Ads sollten ursprünglich ebenfalls ab September 2026 automatisch umgestellt werden. Google hat diesen Teil des Zeitplans jedoch verlängert: Die Abschaltung und automatische Umstellung von DSA soll nun im Februar 2027 beginnen. Bestehende DSA-Kampagnen erhalten damit mehr Zeit für die Vorbereitung.
Diese Verschiebung darf nicht mit einem allgemeinen Stopp der AI-Max-Umstellung verwechselt werden. Google hält ausdrücklich daran fest, Kampagnen mit automatisch erstellten Assets und der kampagnenweiten Broad-Match-Einstellung seit September 2026 umzustellen. Wer nur die Überschrift der ursprünglichen Ankündigung liest, kann den aktualisierten Unterschied leicht übersehen.
Was die Broad-Match-Einstellung bedeutet
Die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung sorgt dafür, dass eine Suchkampagne ausschließlich weitgehend passende Keywords verwendet. Beim Aktivieren werden vorhandene passende Wortgruppen und genau passende Keywords in Broad Match umgewandelt. Google nennt conversion-basiertes Smart Bidding als Voraussetzung für diese Einstellung.
Google weist außerdem darauf hin, dass sich die Priorisierung identischer Suchanfragen verändert. Ein Keyword in einer Kampagne mit dieser Einstellung kann bei einer identischen Suchanfrage so behandelt werden, als wäre sowohl eine genaue als auch eine weitgehende Variante vorhanden. Wer Marken- und allgemeine Suchanfragen in getrennten Kampagnen steuert, sollte deshalb die Priorisierung und Suchbegriffe nach einer Änderung besonders aufmerksam prüfen.
Quelle: Google Ads-Hilfe: About the broad match keywords campaign setting
Fünf Kontrollen vor und nach der Umstellung
Erstens: Öffnen Sie die Benachrichtigungen und den Änderungsverlauf im Google-Ads-Konto. Halten Sie fest, welche Kampagne wann umgestellt wurde und welche Funktionen danach aktiv sind. Ohne diesen Ausgangspunkt lassen sich spätere Veränderungen kaum sauber einordnen.
Zweitens: Prüfen Sie die Conversion-Ziele. Ein abgesendetes Anfrageformular, ein Anruf und ein bloßer Klick auf eine Kontaktfläche haben unterschiedliche Bedeutung. Automatisierte Gebote können nur mit den Signalen arbeiten, die im Konto tatsächlich als Ziel hinterlegt sind.
Drittens: Kontrollieren Sie Suchbegriffe und Ausschlüsse. Neue Reichweite ist nur dann nützlich, wenn die Suchanfragen zum Angebot passen. Ergänzen Sie negative Keywords anhand echter unpassender Anfragen und vermeiden Sie voreilige Änderungen nach einzelnen Klicks.
Viertens: Prüfen Sie Anzeigentexte und Zielseiten. Bei aktivierter Textanpassung müssen automatisch erzeugte Aussagen fachlich und rechtlich zum Unternehmen passen. Jede Zielseite sollte das beworbene Angebot klar erklären und zu einem passenden nächsten Schritt führen.
Fünftens: Vergleichen Sie nicht nur Conversion-Zahlen. Beobachten Sie zusätzlich Kosten, Suchbegriffe, tatsächlich passende Leads und daraus entstehende Gespräche. Mehr gemessene Aktionen bedeuten nicht automatisch mehr passende Kunden.
Ein Beispiel für einen regionalen Dienstleister
Ein regionaler Handwerksbetrieb nutzt eine Suchkampagne mit Smart Bidding und der kampagnenweiten Broad-Match-Einstellung. Nach der Umstellung auf AI Max ist der Suchbegriffabgleich aktiv. Statt sofort das Budget zu erhöhen, prüft der Betrieb zuerst die Suchbegriffe, die Regionen und die tatsächlichen Anfragen. Eine allgemeine Suche nach einer Ausbildung kann etwa Klicks erzeugen, obwohl der Betrieb ausschließlich Kundenaufträge annimmt.
Die Website spielt dabei eine zentrale Rolle. Google kann neue Suchanfragen erschließen, doch die Zielseite muss Leistung, Einsatzgebiet und Kontaktweg eindeutig erklären. Wenn Besucher dort nur allgemeine Werbesätze finden, kann eine technisch modernere Kampagne das Informationsproblem nicht ausgleichen.
Jetzt kontrolliert statt hektisch reagieren
AI Max wird bei bestimmten geeigneten Suchkampagnen nicht erst irgendwann relevant: Für automatisch erstellte Assets und die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung läuft die Umstellung seit September 2026. Dynamic Search Ads haben dagegen bis 2027 mehr Zeit. Prüfen Sie deshalb den tatsächlichen Status im eigenen Konto, bevor Sie Einstellungen verändern.
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